Die ersten Erfahrungen eines Welpen beginnen lange vor dem Einzug in seine neue Familie. Geräusche, Berührungen, Menschen, unterschiedliche Umgebungen und kleine Herausforderungen können bereits beim Züchter behutsam kennengelernt werden.
Bei SolyLuna Royals orientieren wir uns deshalb unter anderem an den Grundgedanken von Puppy Culture. Dabei handelt es sich um ein umfangreiches Programm zur begleiteten Entwicklung und Sozialisierung von Welpen, das verschiedene Entwicklungsphasen von der Wurfbox bis zum Einzug in das neue Zuhause berücksichtigt.
Wer sich intensiver mit dem vollständigen Konzept beschäftigen möchte, findet weitere Informationen und die angebotenen Kurse direkt auf der offiziellen Website von Puppy Culture.
Wir möchten das Programm hier bewusst nicht Schritt für Schritt wiedergeben. Viel interessanter für zukünftige Welpenfamilien ist ohnehin, wie wir einzelne Grundgedanken in unsere eigene Aufzucht integrieren.
Die Umgebung wächst mit den Welpen
Ein wichtiger Teil unserer Aufzucht beginnt mit etwas eigentlich ganz Selbstverständlichem: Die Umgebung unserer Welpen bleibt nicht während der gesamten Aufzucht gleich, sondern entwickelt sich gemeinsam mit ihnen weiter.
Zu Beginn bietet die Wurfbox einen geschützten und überschaubaren Bereich für die Mutterhündin und ihre Welpen. Werden die Kleinen mobiler und beginnen ihre Umgebung aktiver wahrzunehmen, wird auch ihre Welt Stück für Stück größer.
Sie können die Wurfbox verlassen und zunächst die nähere Umgebung erkunden. Nach und nach wird der verfügbare Bereich erweitert und abwechslungsreicher gestaltet. Unterschiedliche Untergründe, neue Gegenstände und kleine Herausforderungen kommen hinzu.
Bei geeigneten Wetterbedingungen gehört schließlich auch unser Garten dazu. Gras unter den Pfoten, neue Gerüche und die Geräusche der Außenwelt bringen wieder ganz andere Eindrücke mit sich.
Wir möchten den Welpen also nicht möglichst früh eine möglichst große Erlebniswelt präsentieren. Ihre Umgebung soll vielmehr gemeinsam mit ihren Fähigkeiten wachsen.
Wie diese Bereiche bei uns tatsächlich aussehen, zeigen wir mit eigenen Bildern unter Einblicke in unsere Aufzucht.
Frühförderung beginnt oft bei kleinen Dingen
Nicht jede frühe Erfahrung muss spektakulär sein. Oft sind es gerade die kleinen Dinge, die später zum normalen Alltag eines Hundes gehören.
Ein Beispiel ist der Umgang mit den Pfoten. Diese werden bei unseren Welpen behutsam berührt und stimuliert, beispielsweise mit einem Wattestäbchen. Dadurch lernen sie schon früh, dass Berührungen an den Pfoten nichts Ungewöhnliches sind.
Das kann eine gute Grundlage für Situationen schaffen, die später selbstverständlich dazugehören: Pfoten kontrollieren, Krallen schneiden oder Untersuchungen beim Tierarzt. Natürlich ersetzt eine solche frühe Gewöhnung nicht das spätere Training. Die Art der Berührung ist für den Welpen dann aber zumindest nicht vollkommen neu.
Auch der VDH beschreibt bei der Sozialisierung von Welpen, wie wichtig unterschiedliche positive Erfahrungen sind und dass Welpen dabei nicht mit zu vielen Reizen überfordert werden sollten.
Geräusche kennenlernen, bevor sie plötzlich laut werden
Unsere Welpen wachsen nicht in einer künstlich stillen Umgebung auf. Sie erleben Gespräche, Haushaltsgeräusche und andere Geräusche des täglichen Lebens.
Zusätzlich lernen sie kontrolliert Geräusche kennen, die nicht jeden Tag auftreten. Dazu gehören beispielsweise Gewitter oder Silvesterfeuerwerk.
Solche Aufnahmen werden behutsam eingesetzt. Der Gedanke dahinter ist, ungewöhnliche Geräusche bereits in einem sicheren Umfeld kennenzulernen und möglichst neutral oder positiv abzuspeichern. Diese frühe Gewöhnung kann dazu beitragen, späterer Unsicherheit gegenüber solchen Geräuschen vorzubeugen.
Eine Garantie dafür gibt es natürlich nicht. Wie ein Hund später auf ein echtes Gewitter oder Feuerwerk reagiert, hängt von vielen Faktoren und seinen weiteren Erfahrungen ab. Für uns ist es dennoch sinnvoll, solche Geräusche behutsam kennenzulernen, anstatt ihnen das erste Mal völlig unvorbereitet zu begegnen.
Balance, Körpergefühl und Bewegung
Auch die körperliche Entwicklung möchten wir spielerisch begleiten.
Unsere Welpen lernen deshalb geeignete Sitz- und Balancekissen kennen. Auf einer leicht nachgebenden Oberfläche muss der Körper kleine Bewegungen selbst ausgleichen. Wir nutzen solche Elemente, um Körpergefühl, Koordination und die stabilisierende Muskulatur spielerisch anzuregen.
Gerade beim Welsh Corgi Pembroke ist uns ein bewusster Umgang mit der Rückengesundheit wichtig. Gleichzeitig lernen die Welpen damit bereits eine Art von Untergrund kennen, die ihnen später beispielsweise bei physiotherapeutischen Übungen wieder begegnen kann.
Daraus machen wir allerdings kein Fitnessprogramm. Die Kissen werden in die Umgebung integriert und können von den Welpen selbstständig erkundet werden.
Menschen und Kinder gehören ebenfalls dazu
Zu einer familiennahen Aufzucht gehört für uns auch der Kontakt zu unterschiedlichen Menschen.
Unsere Welpen lernen deshalb nicht ausschließlich uns als ihre Bezugspersonen kennen. Sie haben auch kontrollierten Kontakt zu Kindern und erleben dadurch andere Stimmen, Bewegungen und Arten der Interaktion.
Dabei achten wir darauf, dass die Begegnungen für die Welpen angenehm bleiben. Sozialisierung bedeutet für uns nicht, einen Welpen möglichst vielen Personen in die Hand zu geben.
Warum bei uns eine Transportbox herumsteht

Manche Dinge sollen später möglichst unspektakulär sein.
Ein gutes Beispiel dafür ist die Transportbox. Bei uns steht eine klassische geschlossene Transportbox, wie sie in entsprechender Ausführung auch für Flugreisen verwendet wird, für die Welpen zugänglich in ihrer Umgebung.
Sie können selbst hineinlaufen, sie untersuchen oder darin schlafen.
So lernen sie eine solche Box nicht erst kennen, wenn eine längere Autofahrt, ein Tierarztbesuch oder vielleicht sogar eine Flugreise bevorsteht. Sie ist zunächst einfach ein ganz normaler Bestandteil ihrer Umgebung.
Entdecken dürfen statt Übungen abarbeiten
Trotz all dieser Beispiele besteht unsere Aufzucht nicht aus einem Stundenplan voller Übungen.
Neue Gegenstände tauchen auf, die Umgebung verändert sich und die Welpen dürfen Dinge selbst untersuchen. Gleichzeitig gibt es ausreichend Zeit für Schlaf, Ruhe, die Mutterhündin und das gemeinsame Aufwachsen mit den Wurfgeschwistern.
Dabei zeigen sich bereits individuelle Unterschiede. Einer untersucht etwas Neues sofort, während ein anderer zunächst aus etwas Entfernung beobachtet. Genau diese Unterschiede gehören für uns zur Entwicklung dazu.
Auch bei früher neurologischer Stimulation sind wir deshalb mit großen Versprechen vorsichtig. Wissenschaftlich ist nicht eindeutig belegt, dass ein bestimmtes Programm grundsätzlich bessere Ergebnisse erzielt als regelmäßiges und sorgfältiges Handling. Wer sich dafür genauer interessiert, kann beispielsweise die wissenschaftliche Untersuchung zu Early Neurological Stimulation bei Welpen nachlesen.
Viele kleine Erfahrungen statt eines vollen Stundenplans
Puppy Culture ist für uns deshalb kein einzelnes Training und auch keine Checkliste, die möglichst schnell abgearbeitet werden muss.
Es zeigt sich vielmehr in vielen kleinen Situationen: bei der Gewöhnung an Berührungen der Pfoten, beim Kennenlernen unterschiedlicher Geräusche, im Kontakt zu Kindern, beim Erkunden eines Balancekissens oder einer offen stehenden Transportbox. Gleichzeitig wird die Umgebung gemeinsam mit den Fähigkeiten und der Neugier der Welpen immer etwas größer.
Wir können einem Welpen damit nicht jede Situation seines späteren Lebens vorwegnehmen. Das ist auch gar nicht unser Ziel.
Wir möchten ihm vielmehr viele positive erste Erfahrungen mitgeben, auf denen seine neue Familie später aufbauen kann.
Genau das verstehen wir unter einer durchdachten und liebevollen Welpenaufzucht.

